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4. Die Kurzschrift
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Zweck der Kurzschrift ist es, die Schreib- und Lesegeschwindigkeit zu erhöhen. Gleichzeitig wird das Volumen von Blindenschrifterzeugnissen um etwa ein Drittel verringert.
4. 1. Lautgruppenkürzungen
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Der bereits in der Vollschrift angewandte Bestand an Lautgruppenkürzungen wird übernommen und deutlich erweitert.
4. 1. 1. Liste der Lautgruppenkürzungen
Die in der Liste der Kürzungen angegebenen Beispiele zeigen auf, wie die einzelnen Kürzungen angewendet werden und welchen Einschränkungen sie unterliegen. Das Zeichen „—“ bedeutet, dass die betreffende Kürzung an dieser Stelle im Wort nicht verwendet werden darf.
| Braille | Anlaut | Inlaut | Auslaut | |
|---|---|---|---|---|
| ACH | — | |||
| AL | — | |||
| AN | — | |||
| AR | — | |||
| AU | ||||
| ÄU | ||||
| BE | — | |||
| CH | ||||
| CK | — | |||
| EH | — | — | ||
| EI | ||||
| EIN | ||||
| EL | ||||
| EM | ||||
| EN | ||||
| ER | ||||
| ES | ||||
| EU | ||||
| GE | ||||
| ICH | — | |||
| IE | — | |||
| IG | — | |||
| IN | ||||
| LICH | — | |||
| LL | — | |||
| MM | — | |||
| OR | — | |||
| SCH | ||||
| SS | — | |||
| ST | ||||
| TE | — | |||
| UN | ||||
4. 1. 2. Wahl der Kürzungen
- a)
-
Von den Buchstaben des Alphabets sind die im Deutschen seltenen c (wenn sein Vorkommen in ch, ck, sch nicht gezählt wird), q, x, y, ß mit Lautgruppen belegt. Daraus ergibt sich, dass sie bei Auftreten in ihrer eigentlichen Bedeutung mit dem vorangestellten Aufhebungspunkt 6
versehen werden müssen.
Beispiele:
,
,
,
.
Siehe auch „Der Aufhebungspunkt“.
- b)
-
Die Zeichen für die Lautgruppen „al“, „an“, „ar“, „be“, „eh“, „or“, „te“ sind zugleich Interpunktionszeichen. Die Kürzungen werden daher nicht angewendet, wenn Verwechslung mit einem jener Zeichen möglich ist. „Te“ wird also am Wortanfang, „al“, „an“, „ar“, „be“, „or“ am Wortende und „eh“ am Wortanfang und -ende ausgeschrieben.
Beispiele:
,
,
,
,
,
,
,
.
- c)
-
Die Lautgruppen „ach“, „ck“, „eh“, „ich“, „ie“, „ig“, „lich“, „mm“, „ll“, „te“ werden am Wortanfang nicht gekürzt, da die betreffenden Zeichen in dieser Stellung anderes bedeuten ( s. „Interpunktions- und Sonderzeichen“, „Zahlen“, „Groß- und Kleinschreibung“, „Hervorhebungen“, „Fremdsprachliche Einschübe“, „Vorsilbenkürzungen“).
- d)
-
Falls man innerhalb eines Wortes die Wahl zwischen mehreren Kürzungsmöglichkeiten hat, so kürzt man nach nachstehender Rangfolge:
- In „sst“ das Doppel-s, z.B.:
,
.
- In „all“, „ell“, „emm“,
„esch“, „ess“, „est“ die
Konsonantengruppe, z.B.:
(nicht
),
(nicht
),
(nicht
),
(nicht
).
- In „beh“, „bel“, „bem“,
„ben“, „ber“, „bes“ bzw.
„geh“, „gel“, „gem“,
„gen“, „ger“, „ges“ die
Lautgruppen „be“ bzw.
„ge“, falls sie Vorsilbencharakter haben, z.B.:
,
,
,
auch in
,
,
.
- Die mit einem Vokal anlautenden Lautgruppen „eh“,
„el“, „em“, „en“,
„er“, „es“, „ig“, z.B.:
,
,
,
.
- Die verbleibenden Lautgruppen.
- In „sst“ das Doppel-s, z.B.:
- e)
-
In Fällen, in denen dies die einzige Kürzungsmöglichkeit ist, dürfen die Buchstaben einer gekürzten Lautgruppe auch benachbarten Silben angehören, z.B.:
,
,
,
,
,
,
,
.
Dies darf auch dort geschehen, wo die beiden Silben ursprünglich eigenständigen Wörtern angehörten, die Wortzusammensetzung aber nicht mehr als solche empfunden oder erkannt wird wie in
,
und
.
Unzulässig sind Lautgruppenkürzungen über die Wortfuge einer echten Wortzusammensetzung hinweg, so dass man schreibt:
(nicht
),
,
,
.
- f)
-
Bei der Wiedergabe von Vokalverbindungen folgt man der Aussprache und schreibt z.B.:
(nicht
),
(nicht
),
,
,
,
,
,
aber:
,
;
ferner:
,
,
;
jedoch:
,
,
,
;
und entsprechend:
,
,
hingegen:
,
,
(vgl. hierzu Kapitel 3 „Die Vollschrift“).
- g)
-
Bei Trennungen am Zeilenende können Kürzungen gegebenenfalls aufgelöst werden. Sollten sich dadurch neue Kürzungsmöglichkeiten ergeben, sind sie anzuwenden, z.B.:
,
,
,
usw.
- h)
-
Die Kürzungen für die Lautgruppen „al“, „an“, „ar“ „be“, „eh“, „el“, „en“, „ll“, „mm“, „or“ und „te“ dürfen nach Apostroph nicht verwendet werden, um Verwechselungen mit Satzzeichen bzw. den Buchstaben c, q, x, oder y auszuschließen.
Beispiele:
,
,